Taijiquan: Bewegungserfahrung als Quelle visueller Prozesse
Projektbeschreibung

Taijiquan: Bewegungserfahrung als Quelle visueller Prozesse ist ein Projekt innerhalb der Bildforschung, in dem es um die Bestimmungen des menschlichen Körpers in seinen Bezügen zur wachsenden Mediatisierung unserer Welt geht.

Dabei bildet die Untersuchung der Eigenwahrnehmung und ihre Transformation ins Bildmediale einen besonderen Schwerpunkt in meinen künstlerischen und pädagogischen Tätigkeiten. Denn der sinnliche Erfahrungsraum von Körper und Geist steht dem der Abstraktion der Medien gegenüber. Die kreative Arbeit mit technischen Bildmedien erfordert Imaginations- und Abstraktionsvermögen zugleich; denn die visuelle Manifestierung einer Idee vollzieht sich heute über Apparaturen mit eigenen Gesetzen. Der notwendige Denkprozeß muß raumzeitliche, d.h. am eigenen Körper bewusst erlebte Erfahrungen ins Mediale transformieren. Dieser Prozess der Transformation von Bewegungserfahrung in die Medialität der bewegten Bilder ist Vorschlag für eine zeitgemäße Form der Wahrnehmungssensibilisierung in der künstlerisch-gestalterischen Ausbildung. In dieser Lehre ginge es nicht um das reine Abbilden wiedererkennbarer Oberflächen, um die Wiederholung von Oberfläche und die Reduktion auf den Sehsinn, sondern ihr Fokus wäre die Reflexion innerer Zusammenhänge, die Sichtbarmachung „nicht zeigbarer“ (Achim Freyer), agierender Kräfte und Energien, der eigenen bewegten, stillen Erfahrung und ihrer Transformation ins Bildmediale.

Der Zusammenhang von Bewegungserfahrung und der Entwicklung von Kreativität lässt sich m. E. besonders gut im Bezug zu alten chinesischen Bewegungs- und Kampfkünsten wie dem Taijiquan und dem Qigong untersuchen. Denn aus diesen ganzheitlich angelegten Bewegungskünsten lässt sich das Verhältnis von innerer und äußerer Vorstellung gut ableiten bzw. dieses Verhältnis gut studieren. In diesem Kontext ist Taijiquan Bestandteil meines Lehrprogramms im Studiengang Kommunikationsdesign. Ab dem WS 08/09 ist dieses Fach im Rahmen der allgemeinen wissenschaftlichen Ergänzungsfächer in das Design-Studium eingebunden und für Studierende belegbar.

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Dokumentationen von öffentlichen Auftritten

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Dokumentationen von öffentlichen Auftritten

Trainingsbiografie
  • seit 1981 Auseinandersetzung mit asiatischer Kampf- und Bewegungskunst in Praxis und Theorie, intensive Bezüge zur eigenen medienkünstlerischen Produktion
  • seit 1984 Training des Kung Fu bei Großmeister Bambang
  • 1986 Gründung der Kung Fu Academy Berlin zusammen mit Kung Fu Großmeister Bambang
  • seit 1988 Integration von asiatischer Kampfkunst in die Gestaltungslehre
  • 1995/96 Training des Chen Taijiquan mit Jennifer Lee und Alexis Pope
  • seit 1996 Training des Chen Taijiquan bei Großmeister Cheng Lijun, VR China
  • 2005 3. International Taijiquan Competion Jiaozuo (1484 Teilnehmer aus 27 Nationen), Provinz Henan (VR China): 2. Platz (Silbermedaille) Taijiquan-Handformen
  • 2006 2. Berliner Shaolin Cup: 3. Platz Taijiquan-Handformen
  • 2007 Goldener Drache Cup: 3. Platz Taijiquan-Langwaffen (Quan Dao)
  • 2008 Soloauftritt im Rahmen des Bühnenprogramms der Kung-Fu Academy zum chinesischen Neujahrsfest in der Werkstatt der Kulturen Berlin
  • seit 2008 Leitung des AWE-Faches »Taijiquan - Bewegungserfahrung als Quelle kreativer Prozesse« im Rahmen des Designstudiums an der HTW, Berlin